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Check-Up des Immunsystems

 

Ein leistungsstarkes und kontrolliert funktionierendes Immunsystem ist die Voraussetzung für die effiziente Abwehr von krankmachenden Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze), die den Organismus attackieren und besiedeln wollen, wie auch für die Zerstörung von Tumorzellen. Immundefizite begünstigen daher häufige und wiederkehrende/chronische Infektionen und erhöhen das Risiko für Krebserkrankungen.

 

Eine überschießende Aktivität von Immunzellen hingegen führt oft zu chronischen Entzündungen. Fehlreaktionen des Immunsystems sind die Grundlage von Allergien und Autoimmunkrankheiten.

 

Die umfassende labordiagnostische Charakterisierung des Immunstatus sowie die Beurteilung der individuellen Leistungsfähigkeit der verschiedenen Komponenten des Immunsystems - sowohl quantitativ (in ihrer Zellanzahl) als auch quantitativ (in ihrer Funktion) - stellt deshalb eine wichtige Voraussetzung für eine effiziente Diagnostik sowie anschließende Therapie dar. Diesbezüglich bieten wir Ihnen folgende Laboruntersuchungen an:


Lymphozytendifferenzierung - quantitaiver Status des zellulären Immunsystems bezüglich der einzelnen Populationen:

Die Lymphozyten des peripheren Bluten lassen sich in eine Fülle unterschiedlicher Subpopulationen unterteilen. Jede Population kann dabei spezifische Funktionen übernehmen. Erst das ausgewogene Zusammenspiel der einzelnen Lymphozytenpopulationen führt zu eine adäquaten Gesamtfunktion. 

 

  • T-Lymphozyten (CD3+)

    • Die T-Lymphozyten stellen den größten Anteil der Lymphozyten. Sie haben vielfältige Funktionen und lassen sich daher in weitere Subpopulationen gliedern. Unter anderem sind sie in die Immunabwehr gegen Pilzinfektionen, gegen virale Infektionen oder gegen Tumorzellen, aber auch in regulative Mechanismen involviert
  • B-Lymphozyten (CD19+)

    • Die wichtigste Aufgabe der B-Lymphozyten besteht in der Bildung von Immunglobulinen (Antikörpern). Die Produktion und Freisetzung von Antikörpern ist die Antwort auf einen Antigenkontakt nach Differenzierung eines B-Lymphozyten zur Plasmazelle. Diese ist dann in der Lage Immungobuline aller Klassen (IgA, IgG, IgE, IgM und IgD) zu bilden
  • NK-Zellen (CD3-CD16+CD56+)

    • NK-(Natürliche Killer)-Zellen können eine durch Zellkontakt vermittelte Auflösung der Zielzelle durchführen. Ihre Hauptfunktion ist die Spontanabwehr virusinfizierter und entarteter Zellen. Dabei üben sie ihre Funktion antigenunabhängig aus. Ihre Aktivität wird durch ein komplexes System von Rezeptoren mit aktivierender und hemmender Funktion reguliert

  • CD4+ T-Helferzellen

    • T-Helferzellen besitzen eine zentrale Stellung in der zellulären Immunabwehr und erkennen Antigene, die ihnen an der Oberfläche von antigenpräsentierenden Zellen präsentiert werden. Weiterhin unterstützen sie die Differenzierung und Funktion von suppressorischen und zytotoxischen T-Zellen sowie von B-Zellen
  • CD8+ T-Zellen

    • Ihre Aufgabe besteht in der Kontrolle von Immunantworten. Sie modellieren die Funktionen von T- und B-Zellen indem sie beispielsweise die Antikörpersynthese hemmen und Interaktionen zwischen Helferzellen und B-Zellen regulieren. Zusätzlich verfügen sie über zytotoxische Eigenschaften gegenüber virusinfizierten Zellen und Tumorzellen. Die CD8+ T-Zellen lassen sich in weitere Untergruppen gliedern
  • CD4/CD8-Quotient

    • Für eine funktionsfähige Immunabwehr ist ein ausgewogenes Verhältnis von CD4+ und CD8+ T-Zellen erforderlich. Der Quotient aus beiden Populationen beschreibt dieses Verhältnis. Immundysregulationen können eine unausgeglichene Immunitätslage hervorrufen
  • Zytotoxische T-Zellen (CD3+CD8+CD57+)

    • Die zytolytische Aktivität ist in der Regel an die Koexpression von CD57 gekoppelt. Solche Zellen können sowohl gegen virusinfizierte Zellen als auch gegen entartete Zellen agieren. Dabei kann diese Population in ihrer Zellzahl stark zunehmen. Eine Erhöhung tritt jedoch auch unter einer immunstimulierenden Therapie auf
  • Regulatorisch/suppressorische T-Zellen (CD3+CD8+CD57-)

    • Ihre Aufgabe ist die Kontrolle einer Immunantwort. Dies geschieht vor allem durch die Freisetzung von Mediatoren - vor allemden Zytokinen. So kontrollieren diese Zellen T- und B-Lymphozyten und üben auf die Immunantwort einen modulierenden Einfluss aus
  • Quotient aus zytotoxischen und regulatorischen T-Zellen

    • Der Quotient gibt das Verhältnis von CD3+CD8+CD57+ zu CD3+CD8+CD57- Zellen an. Das Verhältnis beider Populationen sollte bei guter Abwehrlage ausgeglichen sein
  • CD4+CD8+ doppelt positive T-Zellen

    • Einzelne T-Zellen können sowohl das Oberflächenmolekül CD4 als auch CD8 tragen und werden daher als doppelt positiv bezeichnet. Sie gelangen bei rascher Neubildung von T-Zellen gelegentlich vorzeitig aus dem Thymus ins Blut und werden daher auch als Prä-T-Lymphozyten bezeichnet
  • CD4-CD8- doppelt negative T-Zellen

    • In sehr frühen Reifestadien können T-Zellen aus dem Thymus ins Blut gelangen, die weder CD4, noch CD8 an ihrer Oberfläche exprimieren. Solche doppelt negativen T-Zellen haben in der Regel einen regulatorischen Charakter. Viele dieser Zellen tragen zusätzlich eine alternative Variante des T-Zell-Rezeptors
  • NK-artige T-Zellen (CD3+CD16+CD56+)

    • Diese Population besteht aus T-Zellen, die zusätzlich Eigenschaften von NK-Zellen aufweisen. Ihr Hauptmerkmal ist die gleichzeitige Expression von CD3 und CD56
  • Aktivierte T-Zellen (HLA-DR+)

    • Bei T-Lymphozyten gilt die Expression von HLA-DR als Aktivierungsmarker. Als so genannter "late activation marker" ist dieses Oberflächenmolekül charakteristisch für chronische Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder persistierende Infekte
  • CD25+ T-Zellen

    • Der Interleukin-2-Rezeptor (CD25) gilt als "early activation marker" und ist bereits 1-2 Tage nach einer Aktivierung von T-Zellen auf deren Zelloberfläche nachweisbar. Im Verlauf einer Infektion kann die Expression dann weiter deutlich ansteigen

 

Lymphozytendifferenzierung - qualitativer Status des zellulären Immunsystems bezüglich einzelner Populationen:

Es ist enorm wichtig zu wissen bzw. zu unterscheiden, dass es nicht nur auf eine ausreichend Zellanzahl (Quantität) ankommt, sondern auch auf deren Funktion (Qualität) in der Abwehr und Bekämpfung fremder Erreger bzw. körpereigener Tumorzellen.

 

  •  3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz

    Der 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz erlaubt die Messung der allgemeinen Funktionsfähigkeit der T-/B-Lymphozyten und damit den Nachweis eines grundlegenden zellulären Immundefektes. Zelluläre Immundefekte, die angeboren oder infolge von chemo- bzw. strahlentherapeutischer Behandlung, Mangelernährung, Stress oder chronisch verlaufender Infektionen (z. B. HIV) erworben sind, können die Ursache für eine pathologische Infektanfälligkeit sein.

    Indikationen für den 3HT-Memory-Spot® Immunkompetenz:
     
    • „„Verdacht auf angeborene zelluläre Immundefekte
    • „Verdacht auf erworbene zelluläre Immundefekte
    • gehäufte virale Infektionen
    • (chronisch) bakterielle Infektionen
    • Pilzinfektionen
    • Verlaufskontrolle der zellulären Immunität im Rahmen immunstimulierender oder immunsuppressiver Therapien
  •  NK-Zell-Funktionstest

    • Dieser Test liefert eine Aussage über die zellauflösende/-abtötende Aktivität der NK-Zellen vor allem gegenüber Tumor- bzw. virusinfizierten Zellen
    • Bei Bedarf kann über diesen Test auch eine Ermittlung zellauflösende/-abtötende (sog. zytotoxischer) Substanzen/Immunmodulatoren wie z.B. Curcumin, Weihrauch, Vitamin C, Mistel, etc. durchgeführt werden
    • Ebenso ist im Rahmen dieses Tests eine Ermittlung von - die NK-Zellen blockierenden Faktoren - durchgeführt werden

 

TH1-/TH2-/TH17-Zytokinprofil:

In einem funktionierenden und ausgewogenen Immunsystem befinden sich drei Hauptentwicklungslinien der TH-Zellen in einem relativen Gleichgewicht: Die TH1-, die TH2- und die TH17-Zellen (Zytokine).

 

Zahlreiche chronische Erkrankungen wie z.B. chronische Infektionen, Krebsleiden, Allergien oder Autoimmunerkrankungen gehen jedoch mit einer gestörten Balance dieser Zytokine einher (sog. TH-Shift).

 

Durch Erstellung des TH1-TH2-TH17-Zytokinprofils können die aktuell bestehende TH-Zell-Balance ermittelt und selektive Defekte oder Über- bzw. Unterfunktionen erkannt werden. Bei einer Reihe von Erkrankungen ermöglicht die Zuordnung der TH-Zell-Dominanz eine für den Patienten individuell zugeschnittene Therapie mit entsprechend wirksamen Immunmodulatoren.

 

  • TH1-Shift:

    • Die Dominanz dieser TH1-Immunantwort liegt auf einer zellvermittelten Immunität gegenüber intrazelluläre Erreger wie Viren und auf intrazelluläre Bakterien. Besonders die Aktivitäten der T-Zellen werden durch Zytokine dieser Gruppe stimuliert. Ein TH-1-Shift kann u.a. zum Auftreten von Autoimmunerkrankungen führen und reduziert die TH-2-Antwort
    • Im Labor ermittelte Leitzytokine: IFN-gamma, IL-2, TNF-alpha
  • TH2-Shift:

    • Die Dominanz dieser TH2-Immunantwort liegt auf einer humoral - d.h. durch Antikörper der B-Zellen - vermittelten Immunität gegenüber extrazelluläre Erreger wie Bakterien und Parasiten. Ein TH-2-Shift liegt bei allergischen Erkrankungen und parasitären Infektionen vor und reduziert die TH-1-Antwort, welche u.a. vor der Entstehung/Vermehrung von Tumorzellen schützt
    • Im Labor ermittelte Leitzytokine: IL-4, IL-6, IL-10
  • TH17-Shift:

    • Die Dominanz dieser TH17-Immunantwort kann auf eine Störung im Darmmileu hindeuten
    • Im Labor ermittelte Leitzytokine: IL-6, IL-17a

 

proinflammatorischer Zytokinstatus:

Die überschießende und inadäquate Produktion von entzündungsfördernden (proinflammatorischen) Zytokinen als Konsequenz der Aktivierung von Zellen des angeborenen Immunsystems durch mikrobielle, metabolische, endogene bzw. psychische Stressoren ist einer der Hauptauslöser einer „Silent Inflammation“ - der niedriggradigen, aber chronisch vorliegenden Entzündungsreaktion im Organismus, die langfristig das Risiko für eine schwere entzündliche Erkrankung (Herz-/Kreislauferkrankung, Metabolisches Syndrom, Krebs, Adipositas, Diabetes Mellitus, etc.) erhöht.

 

Folgende Zytokine werden mit ihrer jeweiligen immunologischen Wirkung im Labor ermitelt:

    • TNF-α - proinflammatorisch
    • IL-1β - proinflammatorisch
    • IL-6 - proinflammatorisch
    • IL-8 - Anlockung von Immunzellen (Chemotaxis)
    • IL-10 - antiinflammatorisch
    • IL-12 - Differenzierung von TH1-Zellen

 

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