Milieusanierung (Basisumstimmungs- / Regulationstherapie)
Der Begriff Milieusanierung beschreibt ein therapeutisches Grundprinzip der Erfahrungsheilkunde, nämlich die „Reinigung", „Entschlackung" bzw. „Entgiftung" des Körpers von Stoffen, die zwar ausscheidungspflichtig sind, jedoch nicht ausreichend ausgeschieden werden können (sog. Basisumstimmungs- / Regulationstherapie). In der Erfahrungsheilkunde werden nahezu alle chronischen Erkrankungen oder Entzündungsvorgänge bis hin zu Tumorerkrankungen - verbunden mit der individuellen Veranlagung des Patienten - auf eine ursächliche Verschlackung der sog. extrazellulären Matrix (Synonyme: Grundsystem, System der Grundsubstanz, Transitstrecke) zurückgeführt. Dieser Tatsache entsprechend, ist das Grundsystem die Basis zur Regulation aller Körperfunktionen sowie der Ursprungsort von Krankheit aber auch der Selbstheilung. Zu diesem Grundsystem gehören das Bindegewebe, die Gewebsflüssigkeiten außerhalb der Zellen, Blutgefäße und vegetative Nervenfasern. Es stellt das übergeordnete Ordnungsprinzip im Streben des Organismus nach Selbsterhaltung dar. Alle biologischen Grundfunktionen des Lebens, die mit der Abwehr oder dem Ausgleich von Ungleichgewichten zusammenhängen, werden in diesem Grundsystem reguliert. Jeder Reiz und jedes Stoffwechselgeschehen das zwischen den Organzellen untereinander und / oder den Zellen und der Blut-Lymphbahn abläuft, führt zwangsläufig über dieses System (z.B. Zufuhr wichtiger Nähstoffe bzw. Abtransport von Stoffwechselendprodukten). Jede Reaktion des Blut-, Nerven-, Hormon- oder Immunsystems hängt von der Übertragungsfunktion des Grundsystems ab.
Die in diesem Zusammenhang stehende, sog. Homöostase, bezeichnet den Zustand, dass das innere Milieu des Organismus über Regulationen in einem dynamischen Gleichgewicht gehalten wird. Bevor eine Erkrankung erkennbar wird, können eine oder mehrere (minimale) Dauerbelastungen (z.B. depotbildende Umweltgifte, Medikamente oder Herde an Zähnen, Mandeln oder Nasennebenhöhlen) das Grundsystem belasten. Man spricht von der sog. Adaptionsphase. Der Organismus kann sich viele Jahre an ungünstige Bedingungen anpassen und seine Funktionen aufrecht erhalten, ohne sichtbare Erkrankungen zu zeigen. Dieser Zeitraum ist sehr individuell und kann deshalb unterschiedlich lange dauern.
Dauert diese Adaptionsphase weiter an, verändert sich die Ver- und Entsorgung der Zellen, was zunächst noch immer ohne Krankheitssymptome einhergehen kann. Mit zunehmender Belastung kann das Grundsystem aber nicht mehr angemessen auf krankmachende oder auch therapeutische Reize reagieren. Es entsteht eine Regulationsstarre (auch als Reaktionsstarre bezeichnet). Eine oftmals einhergehende Verschiebung des Säure-Basengleichgewichts im Blut in Richtung Azidose (Übersäuerung) führt in der Grundsubstanz zu einer chronischen Übersäuerung (sog. latente Azidose) und somit zu einem zusätzlich negativ verändertem Milieu. Ursachen hierfür sind häufig Fehlernährung, Genussgifte oder chronischer Stress - was meist auch eine Schädigung der Darmflora zur Folge hat (siehe "Entstehungspyramide®"). Lässt sich das Grundsystem nicht mehr in eine regulierbare Situation zurückführen und sind alle zur Kompensation der Belastungen eingesetzten „Hilfssysteme" besetzt, genügt irgendwann der sprichwörtliche Tropfen, der „das Fass zum Überlaufen bringt". Es entwickeln sich - z.T. ausgehend von unspezifischen Symptomen wie chronischer Müdigkeit, reduzierter Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit und / oder Nervosität - chronische Erkrankungen bis hin zu Tumorbildungen. D.h., um einen dauerhaften Therapieerfolg zu erzielen bzw. Erkrankungen vorzubeugen, muss „das Fass" (regelmäßig) geleert werden!
(Selbsttest: Siehe Fragebögen "Selbstregulation" sowie "Stressparameter")
Ziele und Wirkungen einer Milieusanierung sind:
- Intensive Reinigung von Blut, Lymphe und Bindegewebsflüssigkeiten
- Verstärkung der Ausscheidungs- und Entgiftungsvorgänge
- Gewebeübersäuerung ausgleichen und verringern
- Entlastung des Stoffwechsels
- Reflektiv bedingte Schmerzlinderung (durch Abtransport von Schmerz- / Entzündungsstoffen)
- Positive Beeinflussung psychischer Belastungen
- Vegetative und immunologische Umstimmung
- Schädigende Auslöser vermeiden oder beseitigen (z.B. Umweltgifte, Schwermetalle, Herde, fehlbesiedelte Darmflora, Ernährungsfehler, Stressauslöser)
Hinsichtlich einer Milieusanierung stehen naturheilkundlich unterschiedliche Ausleitungsverfahren zur Verfügung. Man unterscheidet dabei interne- sowie externe Ausleitungsverfahren. Bei der internen Ausleitung wird u.a. über eine entsprechende medikamentöse Aktivierung von Leber, Galle, Nieren und Lymphe eine Ausleitung erzielt. Bei der externen Ausleitung kommen Verfahren wie Aderlass, Baunscheidtieren, Schröpfen, etc. zum Einsatz, die unter dem Thema „Ausleitungsverfahren" näher beschrieben sind. Ergänzend zu den diversen Ausleitungsverfahren sind ernährungstherapeutische Maßnahmen in Form von intensivdiätischen Maßnahmen (z.B. F. X. Mayr-Kur) bzw. eine grundlegende Ernährungsumstellung sinnvoll.
Ergänzende Darstellungen über die unterschiedlichen Grade einer "verstopften" Matrix und dessen mögliche Folgen finden Sie unter nachstehenden Links:
1.) 6-Phasen-Tabelle nach Reckeweg (Fa. Heel)
2.) "Die Zivilisatose"